Und es geht noch weiter

Natürlich wünscht sich jeder von uns, dass alles wieder „normal“ wird. Aber was ist schon normal? Schon vor Corona hatten wir Probleme, die es zu lösen galt. Jetzt gibt es andere und vor allem neue Probleme mit denen wir umgehen müssen. Das fällt dem einen leichter, dem anderen schwerer. 

Sicher sind die Probleme auch sehr unterschiedlich. Für Familien, die durch Kurzarbeit oder dadurch, dass momentan keine Einnahmen generiert werden können, nun erheblich weniger Geld zur Verfügung haben, geht es oft schlicht und ergreifend um die Existenz. Die Lebensgrundlage ist bedroht, Träume sind geplatzt und die bange Frage: „Wie soll das nur weitergehen? Wie können wir uns unseren Lebensunterhalt sichern?“ Diese Familien trifft die Situation doppelt hart. Denn zusätzlich zu diesen Sorgen kommt ja noch die Situation, mit denen mehr oder weniger alle zu kämpfen haben. Seit Wochen reduzierte Kontakte, die Kitas und Schulen sind geschlossen, Homeoffice, wir sind in den Familien ständig zusammen: das alles ist für uns neu, ungewohnt und anstrengend. Wer die Hoffnung hatte, dass die Kindergärten und Schulen nun bald wieder öffnen, der wurde enttäuscht. Das Homeschooling geht erst einmal weiter, zumindest für die jüngeren Kinder. Wir machen ganz neue Erfahrungen, lernen uns besser kennen, erfahren Dinge bei unseren Kindern und Partnern, die wir so noch nie gesehen haben. Wann ist man denn auch als Familie schon einmal so lange so eng zusammen? Das ist ja meist nur im Urlaub und da herrscht ja Ausnahmesituation, kein Alltag. Jetzt den Alltag neu zu organisieren, so dass jeder auf seine Kosten kommt, ist verdammt schwierig. Keiner weiß wie lange wir damit noch umgehen müssen. 

Hilfe gibt es auch in Notzeiten

Deshalb ist es wichtig, sich damit zu arrangieren und wie heißt es so schön, „das Beste daraus machen“. Was das Beste ist, das muss im Endeffekt jeder für sich selbst herausfinden. Wer mit der Situation nicht klar kommt, kann sich auch Hilfe holen. Neben den Jugendämtern gibt es noch eine ganze Reihe von Hilfsangeboten, die man wahrnehmen kann. Natürlich nicht persönlich, aber per Telefon, Email oder Chats. Im Artikel „Hilfen in der Not“ haben wir alle Notrufnummern zusammengetragen, an die Sie sich wenden können, wenn Sie wegen der häuslichen Situation Hilfe brauchen. 

Ein strukturierter Tagesablauf kann helfen

Was hilft, ist ein strukturierter Tagesablauf, was aber nicht bedeutet, dass man sich 100%ig daran halten muss. Wenn die ganze Familie gerne länger schläft, muss man sich jetzt nicht um 6 Uhr den Wecker stellen, um den Alltag so normal wie möglich ablaufen zu lassen. Denn normal ist momentan ja sowieso nichts. Wichtig ist aber, dass alle Familienmitglieder zu ihrem Recht kommen und dabei kann ein Plan schon hilfreich sein. Beziehen Sie Ihre Familie in den Tagesablauf mit ein. Kochen Sie z.B. gemeinsam und erledigen Sie die Hausarbeit ebenfalls im Team. Legen Sie Ruhepausen fest, in denen sich jeder zurückzieht und den anderen in Ruhe lässt. Das hängt natürlich vom Alter der Kinder ab, aber eine Mittagspause kennen die Kleinen ja aus der Kita. Gehen Sie jeden Tag mit Ihren Kindern nach draußen und sorgen Sie dafür, dass sie genug Bewegung haben. Hier können sich die Familien freuen, die in einem Haus mit Garten wohnen oder die Familien, die einen Schrebergarten besitzen. Der Lübecker Wald ist z.B. groß genug, dass man dort spazieren gehen und toben kann, ohne Angst haben zu müssen, dass man die Abstandsregeln nicht einhalten kann. 

Wir wollen hier jetzt gar keine Vorschläge machen, wie Sie mit der Situation am Besten umgehen sollen. Wir glauben, das ist sehr individuell und erfordert viel Initiative, Kreativität und Geduld. 

Ein Wochenplan für die ganze Familie

Unter der Rubrik Download finden Sie einen Wochenplan, der vielleicht dabei hilft, etwas Struktur in den Tag zu bekommen. Er ist in erster Linie für Ihre Kinder gedacht, die sich hier ihre Pflichten, aber auch ihre „Highlights“ eintragen können. Natürlich kann auch jedes Familienmitglied einen Plan machen. Wenn diese zentral aufgehängt werden, kann jedes Familienmitglied sofort sehen, was der andere vorhat oder was ein andrer tun muss. Sie können so feste Zeiten für die Schule einräumen, Ihre Bürozeiten regeln, bei den Kindern z.B. „Die Sendung mit der Maus“ eintragen oder den gemeinsamen Kinoabend. Nutzen Sie die Angebote im Internet um sich sportlich zu betätigen? Dann legen Sie hierfür doch eine feste Zeit fest. Für Ihr Kind ist es vielleicht auch wichtig, Rituale einzutragen: den Skype-Anruf bei den Großeltern, den Face-Time-Anruf mit der besten Freundin oder dem besten Freund, die Vorlesegeschichte am Abend, das Basteln eines Geburtstagsgeschenkes für die Tante, das Kuchen backen, etc. 

Schule und Kita zu Hause

In der momentanen Zeit hat auch die Schule und die Kita einen neuen Stellenwert bekommen. Wie so oft, lernt man viele Sachen erst dann schätzen, wenn sie nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie müssen wahrscheinlich die Lehrer und Lehrerinnen und Erzieher und Erzieherinnen Ihrer Kinder noch etwas länger ersetzen. Das dies nicht im vollen Umfang möglich ist, ist verständlich. Doch gerade jüngere Kinder lernen beim Spielen. Wie genau, können Sie im Artikel „Spielen ist mehr als nur Vergnügen und Entspannung“ von Frau Boeden lesen. Also lassen Sie Ihr Kind spielen! 

Falls Ihr noch ein kleines Geschenk für die LehrerInnen oder ErzieherInnen Eurer Kinder sucht, hier ein Buchtipp:

Weil ich einen Lehrer hatte

Kobi Yamada/ Natalie Russell

Erinnern Sie sich selbst noch an Ihren Lieblingslehrer oder Ihre Lieblingslehrerin? Jenen besonderen Menschen, der einen inspiriert, unterstützt und ermutigt hat? Das Buch widmet sich in kurzen, aussagekräftigen Sätzen und schönen Bildern diesen besonderen Menschen mit einer Wertschätzung und möchte ihnen danken für die Welten, die sie uns eröffnen. Ein Geschenkbüchlein für jeden, der den Kindern auf Augenhöhe begegnet und Werte vermitteln kann, ganz gleich, ob Lehrende in der Ausbildung, im Sport oder Beruf. Auf der ersten Seite hat man zudem auch noch die Möglichkeit, den Namen, sowie ein paar kleine, persönliche Worte hineinzuschreiben. Eine herzliche Art, seinem Wegbegleiter Danke zu sagen mit einem bleibenden Wert: Der Beschenkte kann es immer wieder zur Hand nehmen. Das Pendant dazu ist unter dem Titel „Weil ich eine Lehrerin hatte“ erhältlich. Viel Freude beim Verschenken!

Adrian Verlag, ISBN: 978-3947188864, € 7,95, ab 4 Jahren