Integration/Inklusion

Das Thema „Integration“ begleitet mich seit langer Zeit und auch täglich in meiner Arbeit als Motopädin in der Frühförderung. Ich arbeite mit Kindern, die in einem Alter von eins bis sechs Jahren sind. In der Frühförderung erhält das Kind gezielte Förderangebote im körperlichen, seelischen und im sozialen Bereich. Die enge Elternarbeit ist ebenfalls ein fester Bestandteil der Therapie.

Oft reichen die Frühförderstunden aus, aber manchmal auch nicht. Was passiert in dem Fall, wenn die Frühförderstunden nicht ausreichen, sobald das Kind in den Kindergarten kommt und die Erzieher bzw. die Frühförderin erkennen, dass das Kind mehr Begleitung und Förderung braucht als Gleichaltrige? Das würde bedeuten, dass das Kind in einem integrativen Kindergarten besser aufgehoben und gefördert werden würde. Wenn die Eltern das hören, erlebe ich sie oft verunsichert und sie stellen sich die Frage „Was bedeutet das für mein Kind?“. „Wird mein Kind stigmatisiert, wird es von den anderen Kindern eventuell ausgeschlossen?“ Es tauchen viele Fragen auf, denn die Eltern wissen nicht, was auf sie zukommt und was es genau bedeutet, wenn ihr Kind inte­grativ betreut wird. 

Allgemein erklärt ist ein Integrationskind ein Kind mit einem besonderen pädagogischen Förderbedarf, d.h. im Vergleich zu anderen gleichaltrigen Kindern braucht es, aus verschiedensten Gründen, mehr Förderung und Unterstützung (sei es im sprachlichen Bereich, in der Motorik oder im sozial-emotionalen Bereich). 

Der Integrationsstatus ermöglicht Kindern mit besonderen Bedürfnissen in den Kindertagesstätten zusätzliche Förderung zu erhalten. Durch ausgebildete Facherzieher oder auch Heilpädagogen erhält das Kind im Rahmen des Kita Alltags spezielle Förderung. Ein integrativer Kindergarten folgt dem Prinzip der Inklusion. Inklusive Pädagogik bedeutet hierbei, dass die Vielfältigkeit der Kinder als gegeben hingenommen wird. Für den integrativen Kindergarten bedeutet dies, dass Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam betreut und gefördert werden. Sie erhalten gleichermaßen Bildung und Erziehung, unabhängig von ihren individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen. Die gemeinsame Erziehung, Bildung und Betreuung hat viele Vorteile. Die Kinder haben hier die Möglichkeit, gemeinsam zu lernen und voneinander zu lernen. Kinder lernen, dort zu helfen wo es nötig ist, geduldig zu sein und die Interessen und Fähigkeiten von anderen zu berücksichtigen. Jedes Kind hat die Möglichkeit, sich in seinem eigenen Tempo zu entwickeln und zu lernen. Das stärkt das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen. Toleranz, Respekt, Wertschätzung und Rücksichtnahme sind wichtige Werte, die vermittelt werden.

Ein integrativer Kindergarten arbeitet eng mit den Eltern, insbesondere den Eltern der integrativen Kinder, zusammen. Regelmäßige Elterngespräche sind wichtiger Bestandteil der Arbeit. Hier werden gemeinsame Entwicklungsfortschritte und Förderpläne besprochen. 

Wie man aus den vorherigen Zeilen entnehmen kann, bin ich ein großer Befürworter integrativer bzw. inklusiver Kindergärten und deren Arbeit. Ich hoffe, dass ich ein wenig dazu beitragen konnte, Eltern die Angst und die Unsicherheiten zu nehmen, wenn es darum geht, ihr Kind integrativ betreuen zu lassen. 

Autorin:
Sandra Zornow-Gerigk