Bilinguale Erziehung in Kitas und Schulen

Schule muss sich wandeln. Neue Konzepte müssen her, das hat nicht erst Corona gezeigt. Schon seit Langem gibt es Ideen, an den alten Schulkonzepten und Lehrplänen etwas zu ändern. Aber das wissen wir alle, solche Dinge brauchen für gewöhnlich viel Zeit. Aber es geht auch anders. Ein Beispiel dafür ist die gemeinnützige GmbH „Bilinguale Erziehung in Lübeck gGmbH“, die 2017, bereits ein halbes  Jahr nach der Gründung, mit ihrem ersten Projekt startete. 

Wir haben mit dem Geschäftsführer der gGmbH, Herrn Wolfgang Werner, ein Interview geführt, indem er uns das Projekt vorstellt und die Ziele erläutert.

Herr Werner, wie fing alles an?

Im Jahre 2012 wurde im Zusammenhang mit der allgemeinen Diskussion über Fachkräftebedarf auch in Lübeck die Frage aufgeworfen, ob eine Internationale Schule die Gewinnung von internationalen Fachkräften erleichtern würde. Eine von der Firma Drägerwerk AG & Co. KGaA 2013 in Auftrag gegebene Studie empfahl, die bereits bestehenden öffentlichen Schulen, die bilingual unterrichten, auszubauen. Am 15. Juli 2016 wurde dann eine Absichtserklärung in Form eines „Letter of Intent“ zwischen dem Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig Holstein, der Hansestadt Lübeck und der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck sowie der Drägerwerk AG & Co. KGaA geschlossen, der die Verwirklichung eines bilingualen Angebotes in der Hansestadt Lübeck voranbringen sollte. Im Dezember des gleichen Jahres wurde die gemeinnützige GmbH gegründet. 

Was ist die Bilinguale Erziehung in Lübeck gGmbH und welche Ziele hat die Gesellschaft?

Die gGmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft von sieben Lübecker Unternehmen, die die bilinguale Ausrichtung und Ausweitung des bilingualen Angebotes an den Lübecker Kindergärten und Schulen unterstützt und fördert. Sie hat das Ziel, in den nächsten Jahren ein umfassendes bilinguales Angebot vom Kindergarten bis zum Abitur in Lübeck zu verwirklichen.  

Wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, dass möglichst viele Lübecker Grundschulen bilingualen Unterricht Deutsch/Englisch anbieten. Um die Einführung zu erleichtern, finanziert die gGmbH die Beschäftigung von zusätzlichen englischsprachigen Schulbegleitern, sogenannten  Native Speaker, an den Grundschulen für einige Jahre.

Was haben Sie in den nächsten Jahren vor: 

Wir möchten mit unserem Förderleistungen bis 2026 erreichen, dass mindestens sechs weitere Grundschulen in Lübeck, aber auch im Umland, dauerhaft bilingualen Unterricht anbieten. Ich empfehle den SchulleiterInnen einen Blick auf unsere Webseite: www.bilingual-luebeck.de und stehe jederzeit für Nachfragen und Gespräche zur Verfügung.

Was fördern Sie im Einzelnen?

Wir fördern unter anderem 

  • die Beschäftigung englischer Muttersprachler in Schulen und Kindertagesstätten  
  • die Teilnahme an speziellen Weiterbildungsformaten für bilinguale LehrerInnen 
  • Angebote im Rahmen bilingualer Schulprojekte, z.B. Sprachprüfungen, Musik- und Theaterstücke, English in Action
  • Beschaffung von Lehr- und Lernmittel
  • Maßnahmen und Projekte zur Förderung von bilingualen Betreuungs- und Freizeitangeboten  

Konkret finanzieren wir momentan in drei Kindertagesstätten (Dreifaltigkeit, St. Gertrud und Kunterbunte Kinderkiste) jeweils einen Native Speaker, der an zwei Vormittagen zusätzlich in der Kinderbetreuung eingesetzt wird. 

In den Grundschulen Stadtparkschule, Lutherschule sowie Grundschule Roter Hahn erfolgt eine englischsprachige Betreuung durch Native Speaker von mind. 20 Std. in der Woche im „Offenen Ganztag“ und in der Unterrichtsbegleitung. Außerdem arbeitet eine  Native Speakerin in der Trave Gemeinschaftsschule und im Trave-Gymnasium in Kücknitz. Mit Beginn des nächsten Schuljahres wird die Schule am Meer in Travemünde ebenfalls bilingualen Unterricht anbieten und eine durch die gGmbH finanzierte Native Speakerin beschäftigen. Zurzeit werden insgesamt rund 90 Std. wöchentlich gefördert.

Außerdem unterstützen wir Projektwochen, wie z.B. „English in Action“  an der Grundschule am Stadtpark oder finanzieren die Erlangung eines Sprachzertifikates A 2 in den Kücknitzer Schulen.

In der Trave-Gemeinschaftsschule und dem Trave-Gymnasien werden Sport-AG’s in englischer Sprache von einem amerikanischen Footballspieler angeboten, die ebenfalls durch die gGmbH finanziert werden. 

Wie groß ist Ihr Fördervolumen?

Der Förderaufwand betrug im Jahr 2021 rd. 120.000 € und ist für 2022 und Folgejahre mit ca. 150.000 €  jährlich veranschlagt. 

Wie finanziert sich das Projekt?

Durch private Spenden der Gesellschafter sowie durch Zuwendungen der Lübecker Stiftungen und der IHK zu Lübeck.

Warum sollen Schulen und Kitas bilingualen Unterricht anbieten?

Der bilinguale Unterricht sowie ergänzende Angebote zur Förderung der Zweisprachigkeit tragen zur Weltoffenheit und interkulturellen Bildung junger Menschen bei und verbessern deren Chancen auf den Arbeitsmärkten. Eine bilingual geprägte Bildung kann ferner die schulische und die soziale Integration von Kindern fördern, die aus dem Ausland zu uns kommen und dafür sorgen, dass diese Kinder schnell Anschluss an das schulische Lernen in Deutschland finden. Das gilt insbesondere auch für die Kinder hier benötigter Fachkräfte aus dem Ausland, deren Bildungschancen dadurch – erkennbar für ihre Eltern – gesichert werden können. Darüber hinaus ermöglicht ein zweisprachiges Bildungsangebot durch diesen bilingualen Unterricht an den Lübecker Schulen ein besonderes pädagogisches Profil. Dieses trägt dazu bei, den Standort Lübeck für Ansiedlungen und Zuziehende attraktiver zu machen und dadurch zukunftsfähig zu bleiben.

Bei weiteren Fragen hilft Ihnen Herr Wolfgang Werner (Geschäftsführer) entweder per Tel.: 0170 293 15 16
oder E-Mail: werner@bilingual-luebeck.de
gerne weiter.
Mehr Informationen im Internet unter www.bilingual-luebeck.de

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