Jedes Kind hat Rechte – an jedem Ort der Welt

30 Jahre Kinderrechte

Seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 1989 wurde viel für Kinder erreicht und das Verständnis, was Mädchen und Jungen in dieser entscheidenden Lebensphase brauchen, ist gewachsen. Kinder werden heute viel ernster genommen, dadurch hat sich auch der Umgang mit ihnen verändert. Jedes Kind hat die gleichen Rechte auf ein gesundes und sicheres Aufwachsen und muss im gesellschaftlichen Zusammenleben eine Stimme haben. Es soll beteiligt werden und die Möglichkeit haben, sein volles Potenzial zu entwickeln – ganz gleich, an welchem Ort der Welt es aufwächst. Das Kinderrechtsjahr 2019 bietet eine Chance, die Verwirklichung der Rechte für jedes Kind voranzutreiben. Denn nur gemeinsam können Regierungen, Wirtschaft, Gesellschaft und jeder Einzelne von uns die Welt zu einem besseren Ort für Kinder machen.
Die Kinderrechte werden immer wichtiger, denn auch wenn Kinder heute über mehr Möglichkeiten verfügen, gesund aufzuwachsen und zu lernen als vor 30 Jahren, sind sie gleichzeitig mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert: Klimawandel, Urbanisierung und Konflikte bringen große Herausforderungen mit sich. Sie wachsen in einer Welt extremer Gegensätze auf. Millionen von Kindern fehlen immer noch elementare Dinge wie sauberes Wasser, medizinische Hilfe, ausreichend Nahrung oder eine gute Schule/Ausbildung. Es gibt sowohl in reichen wie in armen Ländern eine erschreckende Kluft zwischen Kindern, die gut gefördert und behütet aufwachsen und welchen, denen die Chance verwehrt bleibt, am Leben der Gesellschaft teilzuhaben. Kinder in Konfliktländern sind oft Rechtlosigkeit, Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt. Sie migrieren auf der Suche nach Sicherheit und einem besseren Leben – und entwurzeln. Eines von vier Kindern auf der Welt (250 Millionen) wächst in einem von Konflikten und Katastrophen betroffenen Land auf!
Nur wenn Kinder ihre Rechte kennen und diese gewahrt sind, sind sie besser darauf vorbereitet, gemeinsam und friedlich nach Lösungen zu suchen. Seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention vor dreißig Jahren gibt es weltweit Erfahrungen, wie diese Rechte wirksam umgesetzt werden. Die von UNICEF ins Leben gerufene Initiative „Kinderfreundliche Kommunen“ erreicht schätzungsweise 30 Millionen Kinder in 40 Ländern. In vielen Städten, Gemeinden oder Schulen gibt es mehr Beteiligungsmöglichkeiten – die Kindermeinung erfährt eine stärkere Beachtung.
Eine Agenda für Kinder
Bessere Schutzgesetze und eine breite Aufklärung haben Kindern Chancen und Perspektiven eröffnet. Jetzt gilt es, einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele zu leisten. Das Geburtstagsjahr der Kinderrechte hat bereits im Januar mit dem traditionellen Neujahrsgespräch in Berlin unter dem Titel „Generation Zukunft – Ideen und Initiativen für die Jugend weltweit“ begonnen und gemeinsam soll noch viel bewegt werden …
Weitere Informationen unter www.unicef.de

Ziele der UNICEF:

• Bis zum Jahr 2030 soll extreme Armut ganz überwunden sein und niemand auf der Welt weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Der Anteil der armen Männer, Frauen und Kinder soll in jedem Land der Welt, also auch in Deutschland mindestens halbiert werden.
• Jede Form von Mangelernährung soll beendet werden.
• Kein Baby und Kleinkind soll an vermeidbaren Ursachen sterben.
• Alle Mädchen und Jungen sollen kostenlos eine Grund- und eine weiterführende Schule besuchen können.
• Keine Diskriminierung mehr und die Abschaffung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Kinderhandel und Kinderprostitution, weiblicher Genitalverstümmelung und Kinderheiraten.
• Jeder Mensch auf der Welt soll Zugang zu sicherem und erschwinglichem Trinkwasser und zu hygienischen Latrinen oder Toiletten haben.
• Alle Jugendliche und junge Erwachsenen sollen Zugang zu weiterführenden Bildungsangeboten einschließlich Universitäten, zu Ausbildungsmöglichkeiten oder Jobs haben. Schon in den nächsten fünf Jahren soll die Jugendarbeitslosigkeit deutlich reduziert werden.
• Sofort wollen die Staaten Maßnahmen ergreifen, um die schlimm­sten Formen der Kinderarbeit zu beenden – zum Beispiel Prostitution, gefährliche Arbeiten in Minen oder die Rekrutierung von Kindersoldaten. Kinderarbeit in all ihren Formen soll bis 2025 abgeschafft werden.
• Kein Missbrauch, Ausbeutung, Kinderhandel mehr und ein Ende aller Formen von Gewalt gegen Kinder.