Allein und sicher Bus fahren

Kostenfreie Herbstferien-Busschule für Eltern und Kinder

Busse gehören zu den sichersten Verkehrsmitteln überhaupt. Doch richtig Busfahren will gelernt sein. Gerade jüngere Verkehrsteilnehmer haben häufig Schwierigkeiten, Risiken und Gefahren korrekt einzuschätzen. Um Kinder fit für den ÖPNV zu machen und Eltern die Sorge um ihren Nachwuchs zu nehmen, veranstaltet der Stadtverkehr Lübeck seit über zehn Jahren eine kostenfreie Ferien-Busschule auf dem Betriebsgelände im Ratekauer Weg. Aufgrund von Corona wurde diese Verkehrserziehung nun erstmals in die Herbstferien verschoben.

Theorie und Praxis

Aufgeteilt ist der rund zweistündige Unterricht, bei dem trotz aller Ernsthaftigkeit auch der Spaß nie zu kurz kommt, in zwei Blöcke. „Wir beginnen mit dem theoretischen Teil, die Highlights kommen zum Schluss“, sagt Peter Salzwedel. Mit seiner ganzen Erfahrung aus über 30 Jahren beim Stadtverkehr vermittelt er kleinen und großen Verkehrsteilnehmern, wie man sicher Bus fährt, und geht dabei mit viel Einfühlungsvermögen auch auf individuelle Fragen und Ängste ein. Um den Lernerfolg zu sichern, sind die Gruppen mit 15 bis 20 Teilnehmern (inklusive Eltern) bewusst klein gehalten.

Eltern erwünscht

Alle Eltern stehen irgendwann vor der schwierigen Situation, ihre Kinder loszulassen und ihnen zuzutrauen, den Weg zur Schule oder zu Freunden alleine zu meistern. Dabei möchte die Herbstferien-Busschule behilflich sein. „Es ist auf jeden Fall wünschenswert, dass Eltern ihre Kinder begleiten. Der Busfahrer kann sich einfach nicht rund um die Uhr, um kleine Fahrgäste kümmern. Das Gefühl, sich auf seine Kinder verlassen zu können, erleichtert das Loslassen ungemein“, sagt Peter Salzwedel. Die Begleitung durch die Eltern beim Kurs ist erwünscht. Erwachsene sind bei den Kursen jedoch nicht nur Begleiter. Kommentare wie „Ach, das habe ich ja noch gar nicht gewusst“ sind keine Seltenheit. Im theoretischen Teil lernen Kinder unter anderem, wie sie den Fahrplan, das Liniennetz und den Tarifaushang richtig lesen. Eltern erfahren, wie sie ihren Nachwuchs mit einer Fahrplan-App auf dem Smartphone von überall aus beistehen können. „Wenn Kinder sich zum Beispiel unsicher sind, wann und wo ein Bus abfährt, können Eltern ihnen diese Information schnell und einfach per Telefon geben“, sagt Peter Salzwedel. 

Schwenkbereich und Klemmschutz

Ein wenig mehr Action verspricht der praktische Teil. Mit Hilfe von „Fred“, einer blauen Plastiktonne in Busfahreruniform, erfahren die Verkehrsschüler alles über den Schwenkbereich des Busses und warum ein gebührender Sicherheitsabstand am Fahrbahnrand so wichtig ist. Vorne oder hinten? Auch das richtige Einsteigen wird geübt. Im Businneren lernen Kinder alles Wissenswerte über Nothammer, Knöpfe und Displays. Und weil viele Kinder Angst vor den automatischen Türen haben, ist auch der Klemmschutz Teil des Unterrichts.

Gefahrenbremsung als Highlight

Den Höhepunkt markiert regelmäßig die Gefahrenbremsung. Dabei wird der Bus auf 30 Stundenkilometer beschleunigt und dann mit Ankündigung stark abgebremst. Das praktische Beispiel zeigt Kindern, wie wichtig es ist, sich immer gut festzuhalten. „Das Juchzen ist jedes Mal groß. Bei zehn bis elf Tonnen, die so ein Bus wiegt, bewegt sich schon eine ganz schöne Masse. Natürlich ist die Teilnahme an der Gefahrenbremsung freiwillig“, sagt Peter Salzwedel, der immer wieder feststellt, dass diese Form der erlebnisorientierten Wissensvermittlung noch lange im Gedächtnis verankert bleibt. Zum Abschluss der ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen zwei Stunden erhalten die Teilnehmer einen Bastelbus und eine Zusammenfassung des Erlernten zum Nachlesen für zu Hause. 

Verkehrserziehung auch für Schulklassen

Die insgesamt sechs Termine für die Herbstferien-Busschule sind jeweils vormittags und nachmittags am 7., 13. und 15. Oktober. Auch wer keinen Platz bekommen sollte, muss nicht verzagen. Regelmäßig gibt Peter Salzwedel sein Wissen an Schulklassen im Rahmen eines Erlebnistages inklusive Betriebsbesichtigung weiter. Interessierte Schüler beziehungsweise Eltern wenden sich dafür einfach an den zuständigen Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin.

Mehr Infos: Busschule Stadtverkehr