Lauerholz und Waldhusen: Zu Gast beim Förster Kai Neumann

Wusstet Ihr, dass der Wald in Lübeck eine Fläche von 3.950 Hektar einnimmt? Das entspricht ungefähr 5.532 Fußballfeldern! Größter Einzelforst im Lübecker Stadtgebiet ist das „Lauerholz“ mit einer Fläche von 960 Hektar. Die Stadt verwaltet allerdings noch weitere 640 Hektar, die sich im Besitz von Stiftungen befinden. Das macht zusammen 4.600 Hektar Wald. Das besondere am Lübecker Stadtwald ist, dass er bereits seit 1994 nach dem Konzept der „Naturnahen Waldnutzung“ bewirtschaftet wird. „Nutze in Maßen, was die Natur dir bietet“ ist der Leitspruch dieses Konzeptes.

Bäume im Lauerholz werden nicht gesät und gepflanzt

Daraus ergibt sich, dass die Mitarbeiter des Stadtwaldes nur das Nötigste unternehmen, um qualitativ gute Bäume der Naturwaldgesellschaft zu fördern. Es wird nicht gesät und gepflanzt, denn man hat festgestellt, dass allein gekeimte Bäume besser wachsen, als angesäte oder angepflanzte. Der Wald besteht aus 70% Laubbäumen und 30% Nadelbäumen, wobei Buchen und Eichen am häufigsten vorkommen. „Geerntet“ werden nur einzelne, dicke Bäume oder kleine Gruppen. Ziel ist es, dass man die Teile des Waldes, in denen Bäume gefällt wurden, nicht von den Bereichen unterscheiden kann, in denen keine Bäume „geerntet“ werden. Stirbt ein Baum von alleine, bleibt dieser als Totholz im Wald liegen. Sogenannte Biotopbäume, die für andere Waldbewohner einen besonderen Nutzen haben, werden gar nicht gefällt. Selbstverständlich kommen in der Waldwirtschaft keine Gifte zum Einsatz.

200 Kilometer Wander- und 50 Kilometer Reitwege

Im Stadtwald gibt es auch Gebiete, die überhaupt nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden. Diese sogenannten „Referenzflächen“ bleiben völlig sich selbst überlassen. Das Konzept versucht, die Wünsche, die wir Menschen an den Wald haben, mit den Bedürfnissen der Lebewesen abzustimmen, die den Wald ausmachen. Der Lübecker Stadtwald hat 200 Kilometer Wander- und 50 Kilometer Reitwege. Es gibt drei Hütten und 50 Sitzbänke. Außerdem befindet sich dort der schöne Waldspielplatz an der Katharinenwiese.

Naturerlebnispfad „Rittbrookpfad“

Im letzten Jahr wurde auch der erste von drei geplanten Naturerlebnispfaden eröffnet. Der „Rittbrookpfad“ wurde im letzten Jahr („Lüttbecker“ 04/17) bereits von Kindern der Schulkindbetreuung „Spiel der Farben“ für uns getestet. Jetzt hat sich eine weitere Gruppe aufgemacht und hat den Revierförster Kai Neumann von Lauerholz und Waldhusen für uns besucht.

Lara und Laura treffen Revierförster Kai Neumann

Die meisten von euch wissen wahrscheinlich, das es für jeden Wald einen Förster gibt. Aber wisst ihr auch welche Aufgaben er hat? Also: Er hat z.B. die Aufgabe die Bäume zu markieren, um zu bestimmen was mit ihnen gemacht wird, z.B. werden die Bäume gefällt und verkauft. Der Förster ist aber auch dafür da, dass im Wald alle Regeln eingehalten werden. Es gibt in diesem Wald viele verschiedene Baumarten: Z.B. die Ulme, die Eiche, die Birke oder auch die Kirsche. Aber nicht nur diese Bäume gibt es, es gibt ganz viele verschiedene. 

Oft laufen natürlich auch Tiere durch den Wald, sie leben ja hier. Es gibt Rehe, Füchse und Hasen. Was man auf keinen Fall tun sollte, ist den Wald in eine Müllhalde zu verwandeln. Das schädigt die Bäume und die Tiere. Ebenso wenig solltet ihr, wenn ihr einen Tierbau / Höhle seht, sie kaputt machen. Auch wenn die Höhle leer ist. Jederzeit könnte da nämlich ein neues Tier einziehen. Der Förster könnte sich vorstellen, dass vor kurzem auch ein Wolf durch den Wald gestreift ist. Er erkennt es daran, das seit dieser Zeit keine Rehe mehr im Wald wohnen. Wenn ihr Tiere im Wald antrefft – auf keinen Fall anfassen. Egal ob groß oder klein.

Der Wald hat verschiedene Funktionen. Er dient der Holzernte, dem Klimaschutz und der Erholung. Dieses ist besonders schön, denn der Wald gehört ja den Lübecker Bürgern.

Liebe Grüße
Lara und Laura
„Spielderfarben“

Über die Medebek entwässern die anliegenden Siedlungen ihr Regenwasser. Das Lauerholz steht unter EU-Schutz, die Bedingungen dürfen nicht verändert und schon gar nicht verschlechtert werden. Dieses kann selbst Bebauungspläne im Umfeld beeinflussen.
Das Holz wird nur auf Bestellung geschlagen. Sieht man solche Stämme im Lauerholz liegen, sind diese auf jeden Fall schon verkauft. Bäume mit Baumhöhlen stehen unter Schutz und werden nicht gefällt.
Der Wald wird natürlich bewirtschaftet. Außerhalb der Wege bleibt auch das Todholz bestehen. Das Wandern außerhalb der Wege ist zwar erlaubt, könnte aber auch gefährlich werden.