Die Wissensfabrik in Lübeck: Mehr Wissen, mehr Können, mehr Zukunft!

Am Dienstag, den 16. Januar unterzeichneten die Firma Dräger und die Gotthard-Kühl-Schule den Kooperationsvertrag für ein weiteres Projekt der Zusammenarbeit. Wir waren eingeladen und durften so einiges Interessantes erfahren.

Die Gotthard-Kühl-Schule  ist seit 2016 als MINT-Schule bekannt, mit den Schwerpunkten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Zum großen Teil hat sie das der längeren Zusammenarbeit mit der Firma Dräger zu verdanken.

Die Wissensfabrik

Die Wissensfabrik als gemeinnütziger Verein fördert Bildung und Unternehmertum in Deutschland und setzt sich für den Austausch von Wissen und Erfahrungen ein. Gemeinsam mit 130 Unternehmenspartnern entwickelt sie spannende und lehrreiche Projekte, die vor allem naturwissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich erklären und erlebbar machen. Mit vielen verschiedenen Projekten richtet sich die Wissensfabrik an Kitas, Schulen, Universitäten und junge Gründer von Start-up-Unternehmen. Hinter den Projekten stehen umfangreiche Konzepte. Sie wurden vielfach erprobt, orientieren sich an Lehrplänen und sind auf die einzelnen Zielgruppen zugeschnitten. Mit Hilfe der Projekte können sich bei den Teilnehmern Potenziale entfalten, Kreativität, Erfindergeist und Teamfähigkeit werden geübt. Natürlich erhalten auch die Lehrkräfte eine Fortbildung, damit sie die Schülerinnen und Schüler gut unterstützen können.


KiTEC

Eines dieser vielen interessanten Projekte hat nun den Weg zur Gotthard-Kühl-Schule gefunden. KiTEC steht für „Kinder entdecken Technik“. Die Kinder lernen den Umgang mit Werkzeugen, Holz und anderen Materialien, welche von der Firma Dräger zur Verfügung gestellt werden. Damit sollen das technische Interesse und vielleicht sogar eigene technische Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler geweckt werden. Während unseres Besuches berichtete die Techniklehrerin Frau Ljubow Kim, dass sie bei der Fortbildung selber bereits sehr begeistert gewesen sei und sich nun darauf freue, mit den Kindern gemeinsam an den Projekten arbeiten zu können.

An der Gotthard-Kühl-Schule 

An der Gotthard-Kühl-Schule richtet sich KiTEC bislang an Kinder mit Migrationshintergrund, die noch die deutsche Sprache lernen. Für sie, wie natürlich auch für andere Kinder, ist die praktische Arbeit besonders gut. Es werden dabei sowohl die linke, als auch die rechte Gehirnhälfte gefordert und sie haben eine Chance, das Gelernte aus dem Unterricht praktisch anzuwenden. Somit können sich schneller Synapsen im Gehirn bilden und sie können leichter verstehen. Anna Kliengebiel, die Klassenlehrerin der DaZ (Deutsch als Zweitsprache) Klasse S1 erzählte uns auch, dass ihre Schülerinnen und Schüler, was die Sprache betrifft, oft noch etwas scheu seien. Diese handwerkliche Arbeit jedoch, biete ihnen mal eine ganz andere Möglichkeit, sich auszudrücken.

Bei unserem Besuch führte man uns direkt in den Werkraum. Dort lagen auf den Tischen die verschiedenen Koffer mit Werkzeugen und Materialien. Insgesamt kamen etwa 20 Schüler im Alter zwischen 9 und 12 Jahren. Als sie den Raum betraten, beäugten sie bereits neugierig die spannenden Koffer. Die Lehrerin teilte sie in kleine Arbeitsgruppen auf und sagte, dass erstmal nur die „Großen“ arbeiten dürften und die „Kleinen“ zusehen sollten.  Die Aufgabe war es, einen kleinen Wagen aus Holz fertig zu bauen. Dafür musste gefeilt, geschliffen, geleimt und geschraubt werden. Während des Arbeitens herrschte eine angenehme Atmosphäre. Die Kinder waren konzentriert, beratschlagten gemeinsam ihren nächsten Arbeitsschritt und ließen auch hier und da mal die Kleineren eine Ecke rundschleifen. Desto näher sie ihrem fertigen Werk kamen, desto heller fingen ihre Augen an zu leuchten. Wir konnten sogar regelrecht spüren, wie stolz sie am Ende dann auf ihren Wagen waren, den sie da ganz alleine gebaut hatten.

Wir persönlich waren von diesem Projekt sehr begeistert. Den Grundgedanken und die Idee der Wissensfabrik empfanden wir ebenfalls als sehr bemerkenswert. (Mehr Infos auf www.wissensfabrik.de). Momentan ist Dräger das einzige Unternehmen in Lübeck, welches Mitglied der Wissensfabrik ist. Wir hoffen, dass noch mehr Unternehmen, Stiftungen und Bildungseinrichtungen aufmerksam werden und bereit sind, sich zu engagieren und in dieses starke Bündnis und bundesweite Netzwerk einzusteigen. Denn desto größer die Wissensfabrik in Lübeck wachsen kann, desto mehr Kinder können sich in diesen wunderbaren Projekten verwirklichen. Wie auch das Moto der Wissensfabrik besagt: „ Mehr Wissen, mehr Können, mehr Zukunft“.           Isabel Schneider