Weihnachten an die Umwelt denken

Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich, wenn wir an Weihnachten denken und passt das überhaupt zusammen? Ist Weihnachten nicht schon längst zum Fest des Konsums und der Superlative geworden? Zugegeben, es ist schon leichter, unsere Kinder mit Playmobil oder Lego zum Strahlen zu bringen, statt mit selbstgestrickten Socken. Doch warum muss unsere Großzügigkeit an Weihnachten immer so überschwänglich sein und warum werfen wir unsere Prinzipien dann über Bord?
Nachhaltigkeit wird als eine Art Entwicklung beschrieben und ist ein verantwortungsbewusstes Handeln – stets auf die Gegenwart und Zukunft ausgerichtet. Weniger ist mehr ist die Basis von allem und schafft mehr Bewusstsein, uns wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Wir können den Dingen mit Wertschätzung begegnen und uns auf unsere Ressourcen fokussieren.

Tannenbaum

Sicher, Weihnachten ohne Tannenbaum ist kein richtiges Weihnachten. Aber bedenken wir: Je nach Größe ist unser Weihnachtsbaum zwischen 7 und 15 Jahre alt, bevor er abgesägt, teilweise von weit her angefahren wird und bei uns im Wohnzimmer landet. Knapp 30 Millionen Bäume werden alleine in Deutschland jedes Jahr verkauft und bei vielen steht er nur ein paar Tage. Um zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten, könnte man den Weihnachtsbaum zumindest regional kaufen. Da entfällt der weite Transport und wenn Sie ihn dazu noch selbst schlagen, können Sie daraus einen richtig schönen Familienausflug machen.
Aber es gibt auch Alternativen. In vielen Ländern ist das Mieten eines Weihnachtsbaumes schon länger üblich. Auch bei uns gibt es immer mehr Anbieter, die den „Weihnachtsbaum auf Zeit“ anbieten. Die Bäume kommen aus Baumschulen in Deutschland und werden im Topf angeliefert und nach dem Fest wieder abgeholt. Sie werden dann weitergepflegt und wieder eingegraben, um im kommenden Jahr erneut zum Einsatz zu kommen. Googlen Sie doch mal im Internet.
Wenn es kein echter grüner Weihnachtsbaum sein muss, dann kann man z.B. mit der ganzen Familie einen Baum aus Hölzern basteln, der dann jedes Jahr neu geschmückt werden kann.

Weihnachtsschmuck

Muss man immer den letzten Schrei mitmachen und seinen Weihnachtsschmuck dem allgemeinen Trend anpassen? Dieses Jahr Pink, im nächsten Jahr Grün oder Weiß? Entscheiden Sie sich lieber für Deko, die Sie mehrmals benutzen möchten und nicht nur eine Saison. Das vermittelt auch etwas heimeliges, wenn jedes Jahr zur Weihnachtszeit bestimmte Dinge ihren alten Platz einnehmen und uns auf das Fest einstimmen. Haben Sie schon einmal daran gedacht, im Verwandtschafts- und/oder Freundeskreis Ihre Weihnachtsdeko zu tauschen? So hat jeder neue Deko, ohne dass man etwas kaufen musste.
Nach wie vor wird in der Vorweihnachtszeit viel gebastelt. Versuchen Sie so viel wie möglich Naturmaterialien zu verwenden, die sich immer noch bei Spaziergängen finden lassen (denken Sie im nächsten Jahr rechtzeitig daran). Glitzer gehört natürlich zu Weihnachten dazu. Kaufen Sie der Umwelt zuliebe aber lieber Öko-Glitzer, auch wenn er teurer ist. Der normale Bastelglitzer besteht zu 100% aus Plastik und ein Teil davon gelangt immer als Mikroplastik in die Umwelt.

Festtagsessen

Weihnachten wird in vielen Familien richtig geschlemmt. „Man kommt gar nicht aus dem Essen heraus“ hört man viele sagen. Heiligabend mit den Eltern, am 1. Feiertag mit der ganzen Verwandtschaft, am 2. Feiertag mit Freunden oder auch irgendwie anders. Die Familie trifft sich und überall wird aufgetischt. Das sei auch jedem gegönnt. Mich wundert es nur jedes Jahr, dass sowohl vor als auch nach den Feiertagen in den Supermärkten die Einkaufswagen bis zum Bersten voll sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass über die Tage alle Lebensmittel aufgegessen wurden. Vielleicht sollte man sich bei der Planung wirklich Gedanken machen, was denn wirklich gebraucht und auch verzehrt wird, damit nicht so viele Lebensmittel im Müll landen. Die Worte, „das war mal wieder viel zu viel“, sollten Sie versuchen zu vermeiden. Aber das betrifft nicht nur die Weihnachtszeit. Sinnvoll mit Lebensmittel umgehen, bewusst einkaufen und genießen, sollte man an 365 Tagen im Jahr.