Riechen – Spüren – Schmecken: Ernährung zum Erlebnis machen

Die Sarah Wiener Stiftung engagiert sich in der praktischen Ernährungsbildung

Immer häufiger regiert zu Hause Fastfood, Konserve oder Lieferservice. Nur noch selten wird frisch gekocht und gemeinsam gegessen. Dem entgegenzuwirken hat sich die 2007 von der Köchin Sarah Wiener gegründete Sarah Wiener Stiftung (SWS) auf die Fahne geschrieben. Sie engagiert sich in der praktischen Ernährungsbildung – und das so früh wie möglich. Kindern ist es egal, ob das was sie essen gesund ist – wichtig ist, dass es schmeckt. Geschmack bildet sich schon im Mutterleib über die Aromastoffe im Essen der Mutter. Schon früh prägen uns das Nahrungsangebot zu Hause, in der Kita oder Schule und bleiben meist Vorbilder, ein Leben lang. Deshalb ist es wichtig, Kindern die Chance zu geben, verschiedene frische Lebensmittel kennenzulernen, sie auszuprobieren und unterschiedlich zuzubereiten. Um auf den „richtigen“ Geschmack zu kommen, ist es hilfreich sich z.B. verschiedenen Brote, Obst, Gemüse und Kräuter bewusst anzuschauen, sie zu fühlen, zu riechen und zu schmecken, um so die Unterschiede zu erkennen.
Im Mittelpunkt bei der praktischen Ernährungsbildung der Sarah Wiener Stiftung steht aber immer das Kochen: Denn nur eigene Erfahrung macht Wissen über Ernährung greifbar. Durch gemeinsames gesundes Kochen soll nicht nur die Gesundheit und das Sozialverhalten der Kinder gefördert werden, sondern auch die Umwelt und das Klima. Die Kinder sollen lernen, wie viel Spaß kochen macht und ihren eigenen Geschmack entdecken. Außerdem sollen sie lernen woher die Lebensmittel kommen. Dafür gibt es auch ein Hoffahrten-Programm innerhalb der Stiftung. Dort können die Kinder einen ganzen Tag lang auf einem ökologisch bewirtschaftenden Bauernhof verbringen und mit „anpacken“. Natürlich wird das Mittagessen aus den hofeigenen Produkten selbst hergestellt. Hier in Lübeck ist das Gut Rothenhausen Partner der Sarah Wiener Stiftung.

Ich kann kochen!

Um die Ernährungsbildung möglichst vielen Kindern zu ermöglichen, hat die Sarah Wiener Stiftung und die Krankenkasse Barmer die Initiative „Ich kann kochen!“ ins Leben gerufen. Es ist die bundesweit größte Initiative für praktische Ernährungsbildung von Kita- und Grundschulkindern. In eintägigen Fortbildungen werden pädagogische Fach- und Lehrkräfte dafür qualifiziert, Kinder schon von klein auf für das Kochen mit frischen Lebensmitteln zu begeistern und ihr Wissen, über ausgewogene Ernährung zu fördern. Mit dem erlernten Wissen, sind die „Genussbotschafterinnen“, so werden die Teilnehmer der Fortbildung genannt, in der Lage, in ihren Einrichtungen Koch- und Ernährungskurse anzubieten. Dafür braucht man auch nicht unbedingt eine Küche. Wichtig ist, dass die Kinder lernen, sich selbst köstliche Gerichte zuzubereiten. Das können bunte Gemüsespieße sein, ein Obstsalat oder eine Kräuterbutter mit selbstgezogenen Kräutern von der Fensterbank. Alle Teilnehmer erhalten zudem einen kostenlosen Zugang zum Online-Portal und werden dort mit begleitenden Bildungsmaterialien, vertiefenden Informationen, Praxistipps und saisonalen Rezepten versorgt. Und das tollste: Für eigene „Ich kann kochen!“-Projekte können Einrichtungen eine einmalige finanzielle Unterstützung in Höhe von € 500 von der Barmer erhalten. Seit Beginn der Initiative im Jahr 2016 haben bundesweit bereits mehr als 16.800 Lehrerinnen, Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen, aber z.B. auch Küchenkräfte aus annähernd 10.000 Einrichtungen an der Fortbildung zur „Genussbotschafterin“ teilgenommen.

Fortbildungen in S-H

Die nächsten Fortbildungstermine in Schleswig-Holstein ab November finden in Kiel am Dienstag, den 05.11. und am Dienstag, den 03.12. statt. In Plön gibt es Termine am Freitag, den 15.11. und am Samstag, den 16.11. Anmeldung und weitere Informationen auf www.ichkannkochen.de. Übrigens können auch Träger für ihre gesamten Mitarbeiter einen Fortbildungstag buchen. Dann kommt „Ich kann kochen!“ zu Ihnen in die Einrichtung.

Rosmarin-Kartoffel-Spalten mit Ketchup

Einmal Pommes mit Ketchup? Gern! Hier als knusprige Variante aus frischen Kartoffeln mit Rosmarin und selbstgemachtem Ketchup.

Zutaten für 2 Kinder und 2 Erwachsene
• einige Zweige Rosmarin
• 4 EL Olivenöl • Salz + Pfeffer
• 1 kg festkochende Kartoffeln mit dünner Schale
• ½ Apfel
• ½ Zwiebel
• 75 g Tomatenmark
• je ca. 1 Msp. Zimt und Curry, gemahlen
• ½ TL Honig

  • Den Rosmarin abspülen und trockenschütteln. Die Nadeln abzupfen und zerkleinern.
  • Für die Marinade den zerkleinerten Rosmarin mit dem Öl in einer großen Rührschüssel vermengen. Die Mischung mit ½ TL Pfeffer würzen. Die Kartoffeln garen schneller, wenn das Salz erst nach dem Backen zugefügt wird.
  • Den Backofen auf 180-200 °C Grad Umluft vorheizen. Die Kartoffeln waschen, putzen und schälen. Bei starker Verschmutzung erneut abspülen. Kartoffeln halbieren, in Spalten schneiden und mit der Marinade vermischen. Tipp: Halbierte Kartoffeln auf die Schnittfläche legen, so lassen sie sich sicher schneiden.
  • Die marinierten Kartoffelspalten auf zwei mit Backpapier belegte Backbleche geben und für 15-20 Minuten backen. Die Kartoffeln wenden und für weitere 20-30 Minuten goldgelb backen. Vor dem Servieren mit 1 TL Salz würzen.
  • In der Zwischenzeit den Ketchup vorbereiten: Den Apfel waschen, achteln und das Kerngehäuse entfernen. Apfelstücke grob würfeln. Die Zwiebel halbieren, die Schale abziehen und die Zwiebel grob würfeln. Zusammen mit den Apfelstücken in einen Topf geben.
  • Apfel-Zwiebel-Würfel mit 3-4 EL Wasser bei geschlossenem Deckel aufkochen und für etwa 5-10 Minuten weich köcheln. Die Mischung in eine hohe Rührschüssel geben. Das Tomatenmark dazugeben und alles pürieren. Mit Zimt, Curry, Honig und Salz abschmecken.
© Sarah Wiener Stiftung