Hier spielt die Musik

Vor der Tür des Lübecker Musikschulsaals lauschen Kinder und Eltern gleichermaßen. Nacheinander werden die aufgeregten Klavierschüler in den Saal gerufen und müssen sich vor einer dreiköpfigen Fachjury beweisen. Der Regionalwettbewerb von Jugendmusiziert hat begonnen. Unter zahlreichen Teilnehmern befindet sich ein achtjähriges Mädchen, die langen Haare ordentlich geflochten, schreitet es im Sonntagskleid mutig auf die Bühne. Miriam Wirch setzt sich an den Flügel, ihre Füße berühren nur knapp den Boden. Selbstbewusst beginnt sie ihr über die letzten Monate erarbeitetes Programm zu spielen. Im Anschluss gibt es großen Applaus und volle Punktzahl. 

Miriam hat vor einem Jahr mit dem Klavierspiel begonnen und ist Schülerin von dem Lübecker Konzertpianisten und Dozenten Vadim Goldfeld. Dem Mitbegründer der Lübecker Begabtenförderung „Mut zur Muse“ liegt die Entdeckung junger musikbegeisterter Kinder besonders am Herzen – so sind auch schon die Kleinen ganz Groß, und Jahr für Jahr Gewinner und Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Unter Goldfelds Leitung fanden zahlreiche Konzerte in den bekanntesten Spielstätten Lübecks statt. Insbesondere freuen sich die Nachwuchsmusiker auf die Konzerte im Barocksaal des geschichtsträchtigen Kulturgut Hasselburg, das die stets anwesende Hörspiel-Nestorin der Die drei ??? und TKKG, Heikedine Körting-Beurman führt.

„Gerade in der Musikwelt sollten die Wettkämpfe nicht im Vordergrund stehen. Aber sicherlich sind sie ein spannendes Ziel und bringen den Kindern zielgerichtetes und fokussiertes Arbeiten bei. Ebenso lernen sie Gleichgesinnte kennen und können sich austauschen“, so Goldfeld. „Es ist wichtig, dass die Arbeit mit jungen Schülern unterschiedliche Facetten aufweist. Viele davon sind für die gänzliche Entwicklung der Kinder von großer Hilfe. So werden neben der Ausbildung im Fach Klavier u.a auch Konzentration, Koordination, Motorik sowie Kenntnisse der Musikgeschichte, Gehörbildung und Musiktheorie gefördert. Aber auch die Körperhaltung ist immer wieder ein Thema.“ 

„Leider bekommt die klassische Musik in der heutigen Zeit nicht die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient“, merkt Vadim Goldfeld an. „Es ist schwierig einen Zugang zur Klassik zu finden, hat sie einen nicht in der Kindheit schon begleitet. Ob aus dem für das Klavierspiel talentierten Kind jedoch ein begnadeter Musiker wird, entscheidet sich nicht unwesentlich in den Jahren vor der Pubertät.“

„Mein Engagement geht dahin, Kindern die Klassik wieder lebendig und spannend zu machen. Ich bin immer auf der Suche nach jungen musikinteressierten Schülern, die sich gerne direkt an mich wenden können. Dann gibt es statt Vincent Weiss auch mal Beethoven oder Mozart, und das kann ebenfalls ein „Feuerwerk“ sein“, lächelt der Dozent.

Kontaktaufnahme unter: www.vadimgoldfeld.com

Autorin: K. Pichler