Eierlei in der Familie

Eier sind ein alltägliches Lebensmittel und gerade in der Osterzeit in vielen Familien besonders beliebt. In diesen Wochen werden wieder so viele Eier verzehrt wie zu keiner anderen Zeit im Jahr. 

Eier-Fakten:

Pro Jahr legt ein Huhn ungefähr 300 Eier; je nach Rasse braune oder weiße. Die Eier werden nach den Gewichtsklassen S (kleine Eier), M (mittlere Eier), L (große Eier) und XL (sehr groß) unterschieden. Jedes Ei muss mit einem Stempel gekennzeichnet werden. Ausnahme sind direkt vermarktete Eier auf Wochenmärkten oder Bauernhöfen. Der Stempelcode enthält alle Informationen darüber, woher die Legehennen stammen und wie sie gehalten werden. Wichtig für Sie als Verbraucher ist die Haltungsform. Sie finden sie als erste Zahl auf dem Ei: 0 = Bio, 1 = Freilandhaltung, 2 = Bodenhaltung. Die Buchstaben deuten auf das Herkunftsland und den Herstellerbetrieb hin. Genauere Informationen finden Sie im Innendeckel der Eierpappen.

Statistik:
Pro Jahr isst jeder Deutsche durchschnittlich 112 Eier – die in Nudeln, Kuchen & Co. mit eingerechnet.

Eier sind ein sehr gesundes Nahrungsmittel. Sie liefern hochwertiges Eiweiß, welches der Körper besonders gut verwerten kann, weil es zu fast 100 Prozent in Körpereiweiß verwandelt wird. Außerdem enthalten Eier für den Körper wichtige Mineralstoffe, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren. Um den vieldiskutierten Cholesterinanteil in den Eiern müssen Sie sich als Eltern keine Sorgen machen. Er spielt bei Kindern nur eine geringe Rolle. Die wertvollen Nährstoffe befinden sich zum größten Teil im Dotter. Die Dotterfarbe wird vom Futter bestimmt. Hinzugefügte Carotinoide geben dem Eigelb einen kräftigen Orangeton. Bio-Eier sind meistens blasser, da keine synthetischen Farbstoffe erlaubt sind.

Küchen-Praxis:

Nur wenige Lebensmittel sind so schnell zubereitet wie Eier und bieten gleichzeitig so viele Variationsmöglichkeiten: braten, backen, kochen, frittieren, pochieren. Außerdem machen sie die Saucen cremig, den Kuchen luftig und sie halten Frikadellen zusammen. 

Einkauf: 

Achten Sie schon beim Einkauf auf die Frische der Eier. Ist das Legedatum aufgedruckt, ist dies einfach. Ansonsten finden Sie auf der  Eierpackung das Mindesthaltbarkeitsdatum. Rechnen Sie 28 Tage zurück und Sie erhalten das Legedatum. Ab dem 18. Tag müssen die Eier in den Geschäften gekühlt werden.

Immer nur Bio-Eier? Sie entscheiden beim Einkauf, welche Eier Sie wählen. Bio-Eier gelten als gesünder, weil die Hühner ohne Futterzusätze gefüttert werden. Kaufen Sie Bio-Eier, tragen Sie außerdem zum Tier- und Naturschutz bei. Doch auch Eier aus der Freilandhaltung können Sie unbedenklich nehmen. Eier aus der Bodenhaltung lassen Sie besser im Regal und meiden Sie auf jeden Fall Billig-Eier ohne eindeutige Kennzeichnung. Gefärbte Eier bitte nur im Bio-Laden kaufen. Sie unterliegen keiner Kennzeichnungspflicht, da sie verarbeitet wurden. Allerdings lautet meine Empfehlung: Färben Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Eier vor Ostern selbst. Verwenden Sie dafür Farben aus der Natur. Anregungen finden Sie im Internet.

Lagerung:

Eier sind Haltbarkeitskünstler. Im Eiklar schwimmen antibakterielle Stoffe, die das Ei frisch halten. Rohe Eier können Sie etwa einen Monat im Kühlschrank aufbewahren. Sind sie ganz frisch reicht eine Lagertemperatur unter 20 Grad. Achten Sie darauf, dass die Schale unbeschädigt ist, damit keine Keime eindringen können. Bitte die Eier nicht waschen, damit die natürliche Schutzschicht erhalten bleibt. 

Zubereitung und Hygiene: 

Nehmen Sie für Speisen, die nicht mehr erhitzt werden, frische Eier. Außerdem solche Gerichte möglichst bald nach der Zubereitung verzehren oder gekühlt aufbewahren. Entfernen Sie die Eierschalen sofort nach dem Aufschlagen und waschen Sie sich gründlich die Hände. Besonders Eierschalen – auch bei frischen Eiern – können Salmonellen enthalten. Achten Sie auch bei Ihren Kindern darauf, falls sie bei der Eierverarbeitung mithelfen. Die sorgfältige Reinigung der Küchengeräte und Arbeitsflächen mit heißem Wasser und Spülmittel minimiert zusätzlich das Risiko, dass gesundheitsgefährdende Keime auf andere Lebensmittel übertragen werden. 

Eier, die älter als 10 Tage sind, gut durchgaren. Das gilt auch für Koch- und Spiegeleier. Keime in Lebensmitteln sterben bei einer Erhitzung über 70 Grad ab.
Achten Sie je nach Verwendung auf die Größe der Eier. Bei der Zubereitung bestimmter Speisen -zum Beispiel beim Backen- ist die Eiergröße oftmals wichtig, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Kleine Kinder sollten keine rohen Eier verzehren!

Koch-Eier:
In vielen Familien gehört ein gekochtes Ei zum sonntäglichen Frühstück. Wer sein Ei „auf den Punkt“ gegart haben möchte, sollte es nach dem Kochen sofort mit kaltem Wasser abschrecken, damit der Kochvorgang gestoppt wird, andernfalls würde das Ei noch weiter garen. Ob sich die Schale leicht abpellen lässt, hat übrigens mit dem Abschrecken nichts zu tun. Trennt sich die Schale nur schwer vom Ei, ist das Eiweiß mit der Schale noch stark verbunden; ein Zeichen von besonderer Frische.
Eine blaugrüne Schicht am Eigelb von hartgekochten Eiern; kennen Sie das? Werden Eier länger als 10 Minuten gekocht, reagiert das Eisen aus dem Eigelb mit den Schwefelverbindungen im Eiklar. Die blaugrüne Schicht, die dann das Eigelb umgibt, ist nicht gesundheitsschädlich. Sie sieht nur seltsam aus.

Eier-Entdecker:

Lust auf Experimente? Vermischen Sie hartgekochte mit rohen Eiern und machen Sie mit Ihrer Familie den Drehtest. Bitten Sie Ihr Kind, die Eier auf einer glatten Fläche zu drehen wie einen Kreisel. In der Regel merkt man sofort, dass die rohen Eier eine klare Unwucht haben und die gekochten schnell kreiseln. Lassen Sie Ihr Kind mit dem Zeigefinger von oben auf das Ei tippen, um es zu stoppen. Bleibt das Ei still, ist es gekocht. Dieser Test wird allen Spaß machen. Anschließend können Sie die gekochten Eier gemeinsam verarbeiten. Zum Beispiel zu einer Eier-Raupe; kreative Anregungen gibt es auf Anfrage von mir. Machen Sie mit Ihren Kindern einen Test, um zu erkennen wie frisch das rohe Ei ist. Dafür benötigen Sie ein mit Wasser gefülltes Glas. Wenn Sie ein frisches Ei hineingleiten lassen, bleibt es unten auf dem Grund liegen. Je älter das Ei, desto höher steigt es. Schwimmt das Ei knapp unter der Wasseroberfläche oder ragt sogar darüber hinaus, sollte es nicht mehr verzehrt werden.

Typische Kinderfrage: Warum sind Eier oval? Haben Ihre Kinder Ihnen diese Frage auch schon gestellt? Antwort: Es ist eine Einrichtung der Natur, damit sie nicht aus dem Nest kullern. Wird das Ei „angeschubst“, rollt es im Kreis. 

Unternehmen Sie einen Ausflug zu einem Bauernhof, um sich die Hühnerhaltung anzusehen. Mit etwas Glück dürfen Ihre Kinder vielleicht die frischgelegten Eier aus dem Nest holen; ein tolles Erlebnis.

Fazit:

Eier haben immer Saison! Sie sind ein günstiges Nahrungsmittel und als Zutat für viele Gerichte zu verwenden und für ein frisches Lebensmittel recht lange haltbar. 

Eier sind gesund! Sie liefern hochwertiges Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren und viele Vitamine und Mineralstoffe. Gute Argumente, um Eier in Ihrer Familienernährung regelmäßig einzusetzen.

Eine kreative Alltagsküche mit Eiern wünscht Ihnen
Sabine Timmermann